Letztens, als ich in der Stadt unterwegs war, kam mir ein Auto entgegen, das an den Seitenfenstern Fahnen mit der Aufschrift „Ich fahre Autogas“ angebracht hatte. Auch Autos mit solchen Schriftzügen auf der Karosserie sieht man immer häufiger. Ich habe mich ehrlich gesagt ziemlich gefreut, dass manch einer schon richtig gehend damit angeben kann, dass er ein Autogas-Auto fährt. Und solche Autoflaggen sorgen ja sowieso immer für Aufmerksamkeit. Gut, während der Weltmeisterschaft sieht man Autoflaggen so gut wie an jedem Auto, aber trotzdem sind sie ein Hingucker.

Vor allem die Autoflaggen, die wie bei Diplomaten oder anderen Politikern vorne auf der Motorhaube angebracht sind. Ein schwarzes Auto mit zwei Fahnen vorne transportiert fast immer wichtige Insassen. Wenn man sich also auch mal wichtig fühlen möchte, braucht man sich nur zwei solcher Autoflaggen zu besorgen und ein bisschen durch die Stadt zu fahren. Man sollte sich natürlich darüber informieren, ob die Fahnen auch TÜV geprüft sind, nicht das die Stadtrundfahrt mit einem saftigen Bußgeld beendet wird.
Aber woher kommen Fahnen eigentlich? Es ist schließlich nicht selbstverständlich, dass sich eine ganze Nation mit einem bunten Stück Stoff identifiziert. Anfänglich waren Fahnen auch eher dafür gedacht, um die Truppen verschiedener Fürsten auseinander halten zu können. Damit war eine Fahne oder ein Wappen aber auch erstmals nicht nur das Zeichen einer Fürstenfamilie, sondern auch das Zeichen deren Territorium und der Untertanen. Während großer Feldzüge (zum Beispiel den Kreuzzügen) mussten die Fahnen in großer Stückzahl produziert werden, deswegen wurden ihre Farben und die Symbole stark vereinfacht. Die heutigen Nationalflaggen von England und Dänemark gehen übrigens auf die Zeit der Kreuzzüge zurück.

Das erste Volk, dass die Fahne nicht mehr nur als Zeichen der Regierung ansah, waren die US-Amerikaner. Mit der Unabhängigkeitserklärung wurde die Flagge, die „Stars and Stripes“ zu einem Zeichen der Unabhängigkeit und Freiheit. Auch in der französischen Revolution hatte die Fahne eine ähnliche Bedeutung. Hier waren die Fahnen vor allem ein Zeichen für die Macht des Volkes. Auch andere Revolutionen wurden von Fahnen begleitet, die später oft die Vorlage der Flagge für einen neu entstehenden Staat bildeten. Fahnen sind also ein Zeichen für die Geschichte eines Landes, für sein Volk, die Regierung, die Vergangenheit und die Zukunft.